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Kur bei chronischen Rückenschmerzen

In vielen Fällen beinträchtigen chronische Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. So führen chronische Schmerzen im Rücken oftmals zu großen Hindernissen im Alltag. Dauerbelastungen lösen außerdem nicht selten psychische Probleme aus.

Depressionen und die daraus resultierende Passivität führen häufig dazu, dass sich die Beschwerden verschlimmern. Von der sogenannten Schmerzspirale auszubrechen, ist nicht leicht. Doch es ist mithilfe von Kurhotels und Kurkliniken durchaus machbar. Fast alle Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates lassen sich von fachkompetenten Ärzten und geschulten Therapeuten gut behandeln.

Kur oder Reha?

Der Unterschied zwischen eine Kur und eine Rehabilitation ist ganz einfach. Die Gesundheit soll gemeinsam mit der Arbeitsfähigkeit mittels einer Kur aufrechterhalten werden. So dient ein Kuraufenthalt vornehmlich dazu, Maßnahmen zu ergreifen, um noch weitgehend gesunden Menschen vorbeugend zu helfen bzw. sie zu unterstützen.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen ©iStockphoto/AntonioGuillem

Die Rehabilitation ist vielmehr dazu da, auf die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes des Patienten zu achten, etwa nach einer schweren Erkrankung oder nach einer Operation. Für Menschen, die an argen chronischen Schmerzen leiden, empfiehlt es sich in der Regel, eine Reha-Klinik aufzusuchen. Dort lernt der Betroffene den Umgang mit der schmerzhaften Situation. Überdies trägt eine Rehabilitation explizit dazu bei, dass eine bleibende Behinderung beim Patienten verhindert werden kann.

Chronische oder akute Rückenschmerzen?

Chronische und akute Schmerzen sollten ebenfalls genau getrennt voneinander betrachtet werden, denn eine Therapie kann unterschiedlich angegangen werden. Die Schmerzen im Rückenbereich gelten noch als akut, wenn sie innerhalb von ein bis drei Monaten auftreten. Hierbei genügt oftmals ein kurzfristiges Ruhigstellen des schmerzempfindlichen Körperteils. Auch Medikamente und physikalische Anwendungen sind in der Therapie inbegriffen. Bei chronischen Rückenschmerzen sind nicht selten ergotherapeutische sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen vonnöten. Das Problem bei chronischen Rückenschmerzen kann häufig nur mit aktiven Therapien in Angriff genommen werden. Es sind hierbei allen voran die aktiven Therapien, insbesondere für den Muskulatur-Aufbau, von größter Relevanz.

Gemüt und Befindlichkeit des Schmerzpatienten

Chronische Rückenschmerzen verursachen beim Betroffenen einen Mangel an äußerst wichtigen chemischen Botenstoffen, die in Form von Serotonin und Noradrenalin als lebenswichtige Glückshormone wirken. Dass chronische Schmerzen auch auf die Befindlichkeit und das Gemüt des Leidenden drücken, führt in vielen Fällen zu schlimmen Konsequenzen. Zum einen wird der Schmerz mit der Zeit viel stärker empfunden. Daraus resultieren sehr oft Antriebsschwäche sowie Schlafstörungen. Und so dreht sich die Spirale im Laufe der Leidensgeschichte kontinuierlich nach unten. Die Kuren bei chronischen Rückenschmerzen und natürlich auch die Rehas sind exakt auf diese Situation des Betroffenen ausgelegt.

Chronische Rückenschmerzen und die Symptome

Ein Kurgast wird nicht nur herzlich im Kurhotel oder in der Spezialklinik für Rückenleiden aufgenommen, sondern er wird vom Arzt und den zuständigen Therapeuten kurz nach seinem Eintreffen genau durchleuchtet, also medizinisch abgecheckt. Die Gespräche mit dem Fachpersonal sind nötig, um ein konkretes Krankheitsbild des Kurgastes zu erhalten.

Der Schmerz bei Rückenbeschwerden kann in allen Bereichen der Halswirbelsäule, der Wirbelsäule, der Lendenwirbelsäule und der Brustwirbelsäule spürbar sein. Die Rückenschmerzen können chronisch vor allem im Lendenwirbelsäulenbereich bestehen. Vom Rücken aus können sich die Schmerzen auch in verschiedene andere Körperbereiche ziehen, wie beispielsweise in die Arme, in die Beine und in das Gesäß. Eine Nervenschädigung ist hierfür meist die Ursache und zwar im Wirbelsäulenbereich.

Die Kur und das Prinzip der Vorbeugung

Geht es bei einer Rehabilitation vielmehr um die Reparatur des Patienten, soll die Gesundheit des Patienten auf einer Kur aufrechterhalten werden. Menschen mit Kreislaufbeschwerden oder mit Rückenschmerzen machen eine Kur. Eine gezielte Reha dient vornehmlich zur Behandlung von Verletzungsschmerzen, von Migräne oder zur Behandlung von Folgeschäden bei orthopädischen Eingriffen. Eine Rückenkur dient somit grundsätzlich der Vorbeugung von unterschiedlichen chronischen Rückenschmerzen.

Auf Kur wird der Mensch über seine Krankheit aufgeklärt

Seit längerer Zeit gelten Rückenprobleme als Volkskrankheit. Viele Bürger leiden im Laufe ihres Lebens darunter. Warum das so ist, lässt sich anhand von offensichtlichen Gründen aufzeigen. Viele Berufe sind nicht gut für die Gelenke und die Wirbelsäule. Eine schlechte Sitzposition während des Studierens oder der Arbeit sowie Überforderung und Stress als auch Überbeanspruchung und Fehlhaltungen führen sehr schnell zu schmerzhaften Rückenbeschwerden.

Auch eine einseitige Körperhaltung, eine Nervenentzündung, falsches Heben sowie ein Bandscheibenvorfall können Ursachen für die Schmerzen sein, denn es handelt sich bei chronischen Rückenbeschwerden fast immer um Muskelverspannungen. Deshalb sind Kuren für die Betroffenen so wertvoll, da die Patienten den Grund für ihr Leiden vor Augen geführt bekommen.

Viele Kurgäste leiden unter unspezifischen Schmerzen, die nicht selten durch psychische Probleme, mangelnde Bewegung, Verschleißerscheinungen und durch Verspannungen der Muskulatur verursacht werden. So ist für viele Betroffene eine Kur oftmals der erste und entscheidende Schritt, um ein neues Lebenskapitel zu beginnen, gekoppelt natürlich mit einem ganz neuen Lebensstil.

Die individuelle Behandlung auf Kur

Eine Kur ist sehr hilfreich, da der Betroffene lernt, dem Problem Herr zu werden. Nur wenn das Rückenleiden frühzeitig richtig untersucht und folglich dann auch exakt behandelt wird, kann Gravierenderes verhindert werden. Bei einer Kur für Rückenschmerzpatienten werden die Beschwerden des Kurgastes individuell behandelt. Der Kurgast erfährt auf der Kur, eine auf ihn zugeschnittene Therapie. Auf diese Weise lösen sich beim Patienten die inneren und die körperlichen Anspannungen.

Wird das Rückenleiden nicht behandelt, können die Folgen bzw. Konsequenzen mitunter sehr weitreichend ausfallen. So können Rückenschmerzen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel bis hin zu anderen chronischen Leiden führen. Nicht zu vergessen sind die psychischen Probleme, die bedingt durch chronische Rückenschmerzen oft auch über Nacht auftreten können.

Die Verbesserung der Rückenmuskulatur

Die Kuren ermöglichen dem Patienten mit ihren speziellen Trainingseinheiten, natürlich unter ärztlicher und therapeutischer Aufsicht, eine Verbesserung der Rückenmuskulatur. Dies allein führt meist zu einer automatischen Steigerung der Lebensqualität. Der Kurgast erfährt spezifische Behandlungen und Anwendungen, die es zum Ziel haben, das persönliche Rückenproblem des Patienten abzuschwächen. Wassergymnastik und Rückengerättraining können hierbei beispielsweise wahre Wunder bewirken.

Auch eine Physio- oder Wirbelsäulentherapie sowie Massagen im Kopf-, Nacken- und/oder Rückenbereich lösen häufig schnell die Schmerz verursachenden Verspannungen. Die Wassergymnastik trägt dazu bei, dass die Muskulatur gestärkt wird. Spezielle Moorbäder bzw. Moorkuren können dem Patienten zur Linderung der Rückenschmerzen verhelfen, da diese durch die Aufnahme von heilsam wirkenden Stoffen und durch die Wärme maßgeblich verringert werden können.

Zu den weiteren Anwendungen für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zählen Elektrotherapien, Heublumenauflagen, Pilates, Infrarotbehandlungen, Rückentraining mit Thera-Band oder Walking sowie Wärmestrahlentherapien. Neben Moorkuren kommen bei Rückenschmerzpatienten auch gerne Schlamm- und Fangokuren zum Einsatz. Mithilfe von technischen Geräten können beim Kurgast auch Bewegungsdefizite festgestellt werden. Zudem kann mit den medizinischen Hilfsgeräten auch die stützende Kraft der Rückenmuskulatur genau bestimmt werden.

Eine Kur lohnt sich für die Betroffenen immer, denn durch gezielte Behandlungen können im Gewebe strukturelle Veränderungen herbeigeführt werden. Durch die verschiedenen Maßnahmen wird auf der Kur der Stützapparat des Patienten stabilisiert. Zudem wird stets auch das Ziel verfolgt, ein kräftiges Muskelkorsett auszubilden. Diese Maßnahmen genügen meist schon, um den Schmerzpegel des Kurgastes zu senken.

Sind dank der chronischen Rückenschmerzen beim Patienten auch depressive Verstimmungen zu erkennen, wird der Kurgast in den meisten Fällen auch psychologisch betreut. Der Patient wird auf Kur auch ständig zur Bewegung ermutigt. Allein durch diesen Motivationsschub, sich mehr bewegen zu wollen, wird der Heilungsprozess des Kurgastes entscheidend positiv beeinflusst.

Die therapeutischen Maßnahmen

Sowohl auf Kur als auch auf Reha erfahren die Betroffenen ganz ähnliche therapeutische Vorgehensweisen. Die therapeutischen Maßnahmen, ohne medikamentöse Unterstützung, stehen selbstverständlich an erster Stelle. Es geht auf der Kur nicht darum, den Kurgast mit allerlei pharmazeutischen Präparaten vollzustopfen. Vielmehr sind Bewegungstherapien angesagt, wie etwa Physiotherapie in der Gruppe oder auch einzeln, Bewegungsbäder und Walking. In Vorträgen und in aktiven Rückenschulen wird der Kurgast über seine Schmerzerkrankung informiert und aufgeklärt.

Bei chronischen Rückenschmerzen wird der Patient auch mit entsprechenden Entspannungsverfahren behandelt, oftmals kombiniert mit einer Physiotherapie. Der Kurgast hat auch die Möglichkeit, an einem gezielten rückenschonenden Arbeitsplatztraining teilzunehmen. Akupunktur und manuelle Therapien erfolgen häufig in Kombination mit der aktiven Bewegungstherapie. Die medizinische Trainingstherapie ist stets darauf bedacht, die Beweglichkeit des Patienten zu verbessern und den Muskelaufbau konkret zu fördern. Massageanwendungen und Wärmetherapien sind nicht selten bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen äußerst effektiv.

Die körperliche Untersuchung zu Beginn einer Kur

Zuerst wird der Kurgast einer allgemeinen körperlichen Untersuchung unterzogen. Darauf wird der Bewegungsapparat und wenn nötig auch das Nervensystem detailliert abgecheckt. All diese Maßnahmen dienen als Grundlage für den individuell zu erstellenden Therapieplan. Auf diese Weise können Patienten mit chronischen Rückenschmerzen von einer Kur nur profitieren. Nicht selten stellt sich nach einer Kur eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes ein. Die Wirksamkeit einer Therapie ist unumstritten.

Die körperliche Untersuchung des Kurgastes endet mit der Abschlussuntersuchung. Der Patient wird vom Arzt und den Therapeuten vor der Entlassung noch mit den wichtigsten Informationen konfrontiert und seriös sowie ausführlich beraten. Nur so können die entlassenen Gäste ihre Kurerfolge auch langfristig sichern.

Probleme mit dem Rücken?

Nicht ohne Grund gelten Rückenschmerzen als Volkskrankheit. Zunehmend sind auch junge Menschen von chronischen Rückenschmerzen betroffen. Somit ist die Klientel in den verschiedenen Kurhotels und Kliniken, was das Alter anbelangt, sehr durchmischt. Eine falsche und somit ungesunde Sitzposition am Arbeitsplatz oder in der Freizeit vor dem PC kann dazu führen, dass sich die Probleme mit dem Rücken im Laufe des Lebens als chronisch erweisen.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung spielt eine essenzielle Rolle

Gerade bei Rückenproblemen ist die gesunde Ernährung ein zentrales Thema. Häufig führt Übergewicht zu Bandscheibenproblemen und zu Haltungsfehlern. Auf einer Kur wird der Kurgast mit bestehenden Ernährungsmustern konfrontiert und weitgehend über die Problematik einer falschen und einseitigen Nahrungsaufnahme aufgeklärt. In Form von Workshops und Vorträgen lernt der Betroffene, auf gesunde und nährstoffreiche Ernährungsalternativen umzusteigen.

Chronische Rückenschmerzen sind stets eine Symptombeschreibung

Es handelt sich insbesondere bei chronischen Rückenschmerzen keineswegs um eine einheitliche Diagnose bzw. Krankheit. Denn ganz unterschiedliche Faktoren und Verläufe können zu einem Krankheitsbild führen. Essenziell ist, wo die Symptombeschreibung ihren Ursprung hat. Die Gründe für die Verursachung des chronischen Rückenleidens werden darum auf Kur, nach der Erstellung einer exakten Diagnose, auf ganz unterschiedliche Weise behandelt. Deshalb kommt während eines Kuraufenthaltes auch eine Vielzahl von Therapieeinsätzen infrage.

Kostenfrage bei einer Rückenkur

Für all jene, die in der glücklichen Position sind, sich finanziell jederzeit eine Rückenkur gönnen zu können, spielt der Kostenfaktor keine allzu große Rolle. Eine Kur ist zur Verminderung und zur Vorbeugung von chronischen Rückenbeschwerden immer sinnvoll. Doch wer die Kosten übernimmt und wem eine Rückenkur zusteht, diese Fragen können die Betroffenen nur mit ihrer jeweiligen Krankenkasse klären.

Grundsätzlich können die Betroffenen vom zuständigen Haus- oder Facharzt eine Kurempfehlung bekommen, doch stets nur unter ganz bestimmten Umständen. Diese Kurempfehlung wird ausgesprochen, damit sie der Vorbeugung oder auch zur Verminderung der vorhandenen Symptome bei chronischen Rückenleiden dient. Wichtig hierbei ist, dass eine Kur stets auch als optimale Ergänzung zu der bereits laufenden ambulanten Medizinbehandlung dient.

Nur der behandelnde Facharzt kann die Empfehlung zur Kur bescheinigen. Leider werden die Kosten für einen stationären Aufenthalt in einer Kurklinik oder einem Kurhotel in der Regel nur alle vier Jahre übernommen. Mittels eines Antrages auf Dringlichkeit können gesetzlich Versicherte auch vor Ablauf der Vierjahresfrist die Kostenübernahme für eine Kur beantragen.

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