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Kur bei Osteoporose

Größenverlust, Rundrückenbildung, Einschränkung der Gehfähigkeit, verstärkte Krümmung der Brustwirbelsäule und zunehmende Schmerzen an Hals- und Lendenwirbelsäule – diese Symptome können auf Osteoporose hindeuten. Was ist Osteoporose? Osteoporose – auch unter Knochenschwund firmierend – ist eine sich schleichend und vielfach unbemerkt entwickelnde Krankheit. Die Knochenmasse schwindet mit der Zeit – dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Funktion der Knochen: Letztere büßen nicht nur Ihre Stabilität ein, sondern verlieren auch zunehmend ihre Funktion als Mineralspeicher sowie als Muskelersatz. Damit steigt die Gefahr von Knochenbrüchen, die Bewegungsfähigkeit wird reduziert. Damit können auch allgemeine Schmerzen einhergehen. Unter den Betroffenen befinden sich mehrheitlich Frauen, aber nicht nur – auch Männer, insbesondere im letzten Lebensabschnitt, kann Osteoporose ereilen. Unter Zugrundelegung des prognostizierten demografischen Wandels wird sich der Anteil über 50-jähriger Menschen bis 2020 weltweit verdoppeln. Damit wird es zu einem Anstieg der Osteoporose kommen. Gegenwärtig erleiden jedes Jahr etwa bis zu fünf Prozent der insgesamt ca. acht Millionen Osteoporose-Patienten hierzulande einen Knochenbruch.

Einem Großteil der Erkrankten ist überhaupt nicht bewusst, dass Osteoporose keinesfalls als unabwendbares Schicksal hingenommen werden muss, sondern durchaus gezielt behandelt werden kann. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto eher ist diese von Erfolg gekrönt. Auch Prävention stellt eine essentielle Maßnahme dar – dies umso mehr, wenn bereits Fälle in der Familie aufgetreten sind, also eine genetische Vorbelastung vorliegt. Auch kann die Einnahme von bestimmten Medikamenten – zum Beispiel Cortison – genauso wie Bewegungs- und Hormonmangel sowie falsche Ernährung eine Steigerung des Osteoporose-Risikos nach sich ziehen. Liegt eine Osteoporose bereits vor, dann ist der Arzt gefragt – die Diagnose stellt er vor allem via Knochendichtemessung (DXA-Messung) fest.

Egal, ob Prävention oder Therapie der Osteoporose – hier kann eine Kur die Schmerzen reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität erhöhen: Bereits verlorengegangene Gangsicherheit kann wieder zurückkommen, indem Gleichgewichtsgefühl und Koordination verbessert werden – Vermeidung künftiger Stürze oder auch Knochenbrüche inklusive. Doch auch präventive Osteoporose-Kuren sind möglich – sie richten sich an gefährdete Patienten: Zu diesem Personenkreis zählen Menschen, welche aufgrund bestimmter Faktoren wie genetische Disposition, Alter, Geschlecht sowie Einnahme bestimmter Medikamente, Mangelernährung und Vorerkrankungen über ein erhöhtes Osteoporose-Risiko verfügen.

Kur bei Osteoporose

Kur bei Osteoporose ©iStockphoto/Minerva Studio

Präventive Osteoporose-Kur

Bei einer präventiven Osteoporose-Kur steht „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Zentrum – so soll das Ausbrechen der Krankheit aufgeschoben beziehungsweise am besten ganz verhindert werden. Bestimmte Sportarten – zum Beispiel Schwimmen und (Wasser)Gymnastik – gelten als knochenfreundlich und tragen zur Verbesserung von Stabilität und Dichte bei. In der präventiven Kur kommt es auf die Vermittlung von Impulsen an – gemäß der Maxime „Ein aktives Leben ist die beste Prävention gegen Knochenschwund“ wird dazu animiert, Bewegung in den Lebensalltag zu integrieren. Es werden Übungen gezeigt, welche relativ einfach, aber gleichwohl wirkungsvoll sind und bequem in den Alltag einzufügen sind. Dabei können verschiedene knochenstärkende Sportarten ausprobiert werden – am Ende findet dann jeder seine optimale.

Bekanntermaßen kommt Vitamin D, genau genommen dessen Mangel, eine entscheidende Schlüsselrolle beim Entstehen von Osteoporose zu – da Vitamin D via Sonnenlicht im Körper entsteht, sind auch ausgedehnte Aufenthalte im Freien sowie Sonnenbäder Bestandteil einer Osteoporose-Kur. Selbstverständlich ist eine Aufklärung in puncto Sonnenschutz. Patienten mit besonderen Empfindlichkeiten können Vitamin D auch in Form von Nahrungsergänzung zuführen. Der Ernährung kommt ohnehin eine ausschlaggebende Bedeutung bei der Osteoporose-Prävention zu. Es wird empfohlen, vorbeugend – sozusagen als Basistherapie – eine vermehrte Kalziumaufnahme vorzunehmen. Letztere sollte ca. ein Gramm täglich betragen. Darüberhinaus sollte – wie skizziert – Vitamin D zugeführt werden. Eine erhöhte Vitamin K-Zufuhr, wie sie mancherorts empfohlen wird, hat sich demgegenüber als nicht sinnvoll erwiesen. Osteoporose-Gefährdete sollten auf jeden Fall Alkohol und Nikotin meiden.

Ist die präventive Osteoporose-Kur eher naturheilkundlich ausgerichtet, steht nicht selten das Konzept der basischen Ernährung im Zentrum. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Übersäuerung des Körpers verstärkten Knochenschwund nach sich zieht. So wundert es nicht, dass hier ein Verzicht auf verschiedene Lebensmittel im Zentrum steht – dazu gehören neben Kaffee und Tee auch Getränke wie Cola und Limonade sowie der Verzicht auf tierisches Eiweiß und Weißmehl genauso wie auf Industriezucker und Fertiggerichte. Häufig ist bei einer naturheilkundlich ausgerichteten Osteoporose-Kur ein Kurs für knochenfreundliches Kochen inklusive – dabei steht die Vermittlung einer schmackhaften Zubereitung in puncto basenbildende und säurehemmende Nahrung im Fokus. Eine solche Ernährung „lebt“ im Wesentlichen von Gemüse, Früchten und Salaten sowie diversen Kräutertees.

Therapeutische Osteoporose-Kur

Keine Frage: Bei Osteoporose erweisen sich die Grenzen als fließend zwischen Vorbeugung und Therapie. Eine Osteoporose-Kur, welche auf einen Patienten mit schon ausgebrochener Osteoporose zielt, ist primär von zwei Zielen getragen: Zum einen geht es um Linderung von Beschwerden, zum anderen um Verhinderung des Fortschreitens einer bestehenden Erkrankung. Weiterer Knochenabbau soll gestoppt, demgegenüber der Knochenaufbau angeregt werden. Auch hier kommt es auf eine umfassende Umstellung der Lebensweise an – hin zu gezielter Bewegung und knochenfreundlicher Nahrung. Verschiedene Fachvorträge stellen eine Möglichkeit dar, um sich intensiv über Osteoporose zu informieren. Nicht selten wirken spezielle Medizinalbäder und Körperpackungen – insbesondere mit Moor oder Naturfango – entspannend und wohltuend. Ohnehin zieht Wärme bei den meisten Osteoporose-Patienten eine gute Wirkung nach sich. Wenn die Möglichkeit besteht, Warmwasser-Bewegungsbäder – am besten Thermalsolebäder – in Anspruch zu nehmen, dann erscheint dies optimal: Im Wasser bereiten Bewegungen weniger Probleme, und bei Wärme gewinnen selbst steife Gelenke wieder Geschmeidigkeit.

Eine gute Osteoporose-Kur ist in der Regel an eine auf Knochenschwund spezialisierte Arztpraxis oder Klinik (Osteoporose-Zentrum) angeschlossen. Am Anfang steht normalerweise eine umfassende Eingangsuntersuchung. Mindestens einmal pro Woche sollte eine ärztliche Konsultation erfolgen, bei der Erfolge des Therapieplans thematisiert und je nach Bedarf Modifizierungen vorgenommen werden. Egal, ob Einzel- oder Gruppentraining – Wirbelsäulen- und Wassergymnastik sollten auf jeden Fall zum täglichen Programm gehören. Darüber hinaus ist auch eine Ernährungsberatung „Pflicht“ – diese sollte eine optimal dosierte Nährstoffkombination zwecks Unterstützung des Knorpelaufbaus beinhalten.

Keine Frage: Essentielles Element einer akuten Osteoporose-Kur ist auf jeden Fall eine spezielle Krankengymnastik. Sie dient nicht nur der Schmerzlinderung, sondern führt langfristig auch zu einer Steigerung des Wohlbefindens. Als ein nicht zu unterschätzender Aspekt einer Osteoporose-Kur erweist sich auch das Gespräch beziehungsweise der Erfahrungsaustausch mit ebenfalls Betroffenen – so lassen sich neue Perspektiven beim eigenen Umgang mit Osteoporose gewinnen. Im Angebot sind Osteoporose-Kuren als Kompaktkur – vor allem präventiv empfohlen – und als mehrwöchige Rehabilitation bei akuten Fällen.
Es kommen verschiedene Arten von Kuren in Frage. Bekannt sind vor allem Fangopackungen und Moorbäder – sie entfalten ihre besondere Wirkung via freigesetzter Wärme, die ihrerseits ebenfalls eine entzündungshemmende sowie schmerzlindernde Wirkung besitzt. Um den Knochenapparat zu stärken, werden darüberhinaus medizinische Bade- und Heilkuren verordnet – sie basieren auf Thermalwasserbasis und spezifischen Heilmassagen. Wasser- und Krankengymnastik soll die körperliche Stabilisierung der Muskeln befördern, was letztlich der Sturzvorsorge dient.

Bei Osteoporose stellt eine Kur mit Radontherapie eine wirkungsvolle Alternative dar. Das heilende Edelgas findet als Bade- oder Trinkkur Eingang in den Organismus – es wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzlindernd. Und die gute Nachricht: Dieser Effekt hält in der Regel monatelang an.

Osteoporose-Kur – wo und wie lange

Natürlich stellt sie auch die Frage des „wo“ – wo soll die Osteoporose-Kur stattfinden? Hier bieten sich nahezu unendliche Möglichkeiten: Egal, ob in Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Polen oder wo auch immer – eine Osteoporose-Kur ist an vielen Orten möglich. Allerdings sind die Qualitätsstandards nicht immer vergleichbar. An dieser Stelle sei beispielhaft auf das „Deutsche Zentrum für Osteoporose“ – eine Abteilung der Johannesbad Fachklinik – in Bad Füssing verwiesen. Das am 1. September 1997 ins Leben gerufene Zentrum gilt als eine der ersten Adressen seiner Art hierzulande – es ist integraler Bestandteil des „Arbeitskreises Rehabilitation von Knochenstoffwechselkrankheiten“ der renommierten Deutschen Gesellschaft für Osteoporose. Mit diesem Background bietet das Deutsche Zentrum für Osteoporose alle Schwerpunkte an: Prävention und Rehabilitation genauso wie Therapie. Besonders erwähnt werden sollen auch noch die Städtischen Rehakliniken Bad Waldsee, welche seit 2008 eine Zertifizierung als klinisch-osteologisches Schwerpunktzentrum besitzen. Via abgestimmtem medizinischen Konzept ist eine optimale Rundumversorgung gewährleistet – kompetente Betreuung inklusive. Wer im Internet recherchiert, wird sicherlich recht bald einige Kliniken in die engere Wahl nehmen. Auf welche Klinik die Wahl letztlich fällt, hängt sicherlich vor allem von medizinischen UND persönlichen Faktoren ab.

Wie lange dauert eine Osteoporose-Kur? Diese Frage lässt sich nicht generell beantworten. Vorab ist erst einmal zu klären, ob es sich um eine präventive oder rehabilitative Maßnahme handelt und welche besonderen Leistungen (beispielsweise Naturfangopackungen, Thermalsole-Bewegungsbäder, Krankengymnastik, ärztliche Betreuung) enthalten sind. Die Dauer schwankt zwischen ein bis drei Wochen.

Osteoporose-Kur – Kostenübernahme

Bleibt noch die Frage, ob eine Möglichkeit der Kostenübernahme besteht. Die Antwort lautet „ja“. Auch bei Osteoporose besteht Anspruch auf gezielte Rehabilitationsmaßnahmen. Hierzu gehören vor allem die stationäre Rehabilitation und die Osteoporose-Kompaktkur. Erstere wird via Kostenübernahme der Rentenversicherungen sichergestellt. Die finanzielle Übernahme einer stationären Rehabilitation wird mit der Zielsetzung „Bewahrung der Arbeitsfähigkeit“ legitimiert. Damit kommt dieser Kostenträger bei all denen in Frage, die noch beruflich aktiv sind. Menschen hingegen, die sich bereits im Rentenalter befinden, haben die Möglichkeit einer Beantragung der Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse. Näheres hierzu ist im SGB IX beschrieben – danach besteht bei berechtigter Antragstellung die Pflicht zur Kostenübernahme. Es kommt allerdings vor, dass solche Anträge abgelehnt werden – vor allem private Krankenkassen weigern sich nicht selten, die Kosten für Rehabilitationsverfahren zu übernehmen. Begründet werden derartige Entscheidungen damit, dass sogenannte Kurort- beziehungsweise Sanatoriumsmedizin nicht mehr via Vertrag zum Versicherungsrahmen zählt, weil ihre medizinische Behandlung in puncto Wirksamkeit als umstritten interpretiert wird.

Wie auch immer – ein Antrag auf Kostenübernahme einer stationären Osteoporose-Kur erfolgt immer mit Unterstützung des Hausarztes bei den entsprechenden Kostenträgern. Sollte ein berechtigter Antrag abgelehnt werden, besteht selbstverständlich die Möglichkeit eines Widerspruchs – letzterer sollte bei angemessener rechtlicher Begründung durchaus Aussicht auf Erfolg haben. Es sollen Kliniken bevorzugt werden, welche durch gezielte Qualitätssicherungsmaßnahmen gestützt, von Erfolg gekrönte Angebote unterbreiten können. Gemäß SGB IX sind die Wünsche des Patienten bei der Auswahl des Klinikums auch zu berücksichtigen. Bei Antragstellung erscheint es angezeigt, einerseits den Rehabilitationsanspruch zu begründen, andererseits die angestrebten Rehabilitationsziele zu skizzieren. Bisher war die Rede von stationärer Rehabilitation. Demgegenüber gibt es auch noch die Möglichkeit, eine sogenannte Osteoporose-Kompaktkur in Anspruch zu nehmen. Dieses Verfahren erscheint prädestiniert für Patienten, welche im Kontext stationärer Verfahren bereits eine Grundbehandlung erhalten haben und nach Jahresfrist Möglichkeiten einer auffrischenden Maßnahme suchen. Kompaktkuren für Osteoporose-Patienten basieren auf einer Entwicklung des Staatsbades Bad Pyrmont. Hier werden Patienten in geschlossenen Gruppen zusammengeführt, die dann mehrere Wochen gemeinsam alle Aspekte und Phasen eines Rehabilitationsverfahrens erleben. Für Unterbringung und Verpflegung haben die Patienten in der Regel selbst aufzukommen. Kosten, welche durch die rehabilitativen Maßnahmen entstehen, sind durch eine Ersatzregelung der Kostenträger definiert. Auch hier müssen schriftliche Anträge – wiederum mit Unterstützung des Hausarztes – auf den Weg in Richtung Kostenträger gebracht werden. Am Ende wird alles gut!

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